#7 Helga Becker

Schlagfertig & humorvoll – auch abseits der Bühne

Als d’Frau Nägele füllt Helga Becker die Veranstaltungssäle der Region und sorgt beim Publikum reihenweise für Lacher. Doch wer steckt hinter der humorvollen, schlagfertigen und breit schwäbisch schwätzenden Kunstfigur? Ganz einfach: eine humorvolle, schlagfertige und breit schwäbisch schwätzende Frau. Die Grenzen sind fließend, wovon sich die Besucher der Talkreihe „Fische im Tee“ im Café Provinz überzeugen konnten. Dort war die Höpfigheimerin am Montag zu Gast. Auch die Moderatoren Adi Gieseler und Achim Seiter bekamen das mit flotten Sprüchen zu spüren.
Kaum zu glauben ist es da, dass die Komödiantin als Kind sehr schüchtern war. „I ben zu Tode v’rschrocka, wenn mi oiner ang’sprocha hat.“ Ruhig verlief auch ihre Bühnenpremiere als Zehnjährige. Als Schildbürgerin hatte sie eine Steh- statt Sprechrolle. „I ben nur dag’standa. G’sprocha hänn älle andere.“ Inzwischen ist das ganz anders. Gerne füllt sie die Säle. Und gerne dürfen daraus einmal große Hallen werden. Sie hat einfach Freude daran, Menschen zum Lachen zu bringen. „Und je mehr lachen, desto besser ist es doch“, so Helga Becker, die „gerne entdeckt werden würde“. Doch die Konkurrenz sei groß, weshalb sie versucht, sich mit ihrem Programm abzuheben.
Ihre Schlagfertigkeit hatte Becker, die in Murr tatsächlich als Helga Nägele aufgewachsen ist, schon lange vor ihrer Bühnenkarriere. Bei ihren Lehrern setzte sie durch, auf Schwäbisch antworten zu dürfen, obwohl diese Wert auf Hochdeutsch legten. „Aber bis I des im Kopf übersetzt hab, hänn doch älle andere scho’ g’antwortet.“ Standhaft erwies sie sich auch als Drechslerin, was sie im Anschluss an eine Ausbildung zur Bürokauffrau erlernte. „I glaub, du spinnsch“, meinte ihr Vater, als sie vom Wunsch sprach, die Ausbildung im elterlichen Betrieb zu machen, wo sie oft aushalf. Das sei schließlich ein Männerberuf. Also unterschrieb die Mutter anstelle des Vaters den Lehrvertrag. „Er wusste dann eineinhalb Jahre nicht, dass er eine Auszubildende hat.“ Später machte sie sich in diesem Bereich selbstständig und schrieb auch sechs Bücher übers Drechseln.
Auf die Frage von Achim Seiter, ob sie als Heimatpflegerin von Steinheim ihre Stadtführungen ebenfalls auf Schwäbisch halte, selbst wenn die Gruppe etwa aus Paderborn komme, war die Antwort deutlich: „Ja klar! Des’ muss ja authentisch soi. Sonst könned die glei’ in Paderborn bleibe. Und notfalls such’ I in d’r Gruppe jemand, der simultan-übersetzt.“
Bühnenprogramm
Überzeugen vom Humor Helga Beckers kann man sich wieder im Oktober. Dann präsentiert sie als d’Frau Nägele ihr neues Programm „Do schnallsch ab!“.

Marbacher Zeitung | Andreas Hennings

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