#1 Roman Högerle / Kesselrollen

„Fische im Tee“ liefern Einblicke
Fische im Tee“ sind am Montagabend im Café Provinz geschwommen. Natürlich nur sinnbildlich, denn das neue „Forum Rede und Antwort“ unter dem oben genannten Titel, dem Café-Betreiberin Pia Heidler ab sofort etwa allmonatlich eine Heimat gibt, will Menschen mit ihren Beweggründen ins Rampenlicht stellen. „Reden lassen. Zuhören können.Geschichten. Biografien. Rede und Antwort stehen“, so die Intention für das neueFormat, das sich Achim Seiter ausgedacht hat. Gemeinsam mit Adrian Gieseler von der Radbande als Co-Moderator ging es nun vor mehr als 50 Zuhörern zum ersten Mal über die Bühne.
Und als könnte es bei zwei radaffinen Impulsgebern, die sich beide in der Radbande engagieren anders sein, wurde als erster Gast Roman Högerle eingeladen.
Denn der studierte Literatur- und Medienwissenschaftler Högerle hat gemeinsam mit Fabian Bazlen und Felix Lange den Fahrrad-Film „Kesselrollen? – Wie rollt die Stadt von morgen?“produziert. Mit deren realisierter Idee ist ein Film über die Stuttgarter Fahrradkultur und die Möglichkeit, nachhaltige Mobilität in die vom Verkehrs-Kollaps bedrohte Stadt zu bringen, entstanden.
Hauptsächlich finanziert über Crowdfunding und dem Sponsor Vaude sowie neben Job, Ausbildung und Studium umgesetzt, hat der Film cineastisches Vergnügen auch nach Marbach gebracht. Dort wurde der Streifen zwischen zwei lebhaften und humorvoll geführten Talkrunden gezeigt.
Der Film erhebt keinen moralischen Zeigefinger, sondern hebelt ein Lebensgefühl der besonderen Art heraus und macht damit ungeheure Lust auf Radfahren. Sicher, „Kesselrollen“ verschweigt freilich nicht die desaströse Situation im städtischen Straßenverkehr, bei dem Stuttgart ein signifikantes Beispiel darstellt. Er thematisiert fast beiläufig etwaige Gefahren für Radfahrer, bringt die Notwendigkeit zur Sprache, dass Städte mehr Freiräume und Plätze für Menschen brauchen und sensibilisiert für Werte und für einen achtvolleren Umgang mit dem Rad an sich.
Wesentliche Akzente setzt der Film „Kesselrollen“ durch die filmische Begleitung einer „Critical Mass“ sowie durch zahlreiche Interviews mit Stuttgarter Bürgern oder auch Verkehrsminister Winfried Hermann, die allesamt kreative Lösungsansätze und Impulse beisteuern, um vor Ort leichter durch den Verkehr zu kommen und aus der schwäbischen Metropole eine lebens- und liebenswerte Radstadt zu machen.
Als Vorbild dafür wird immer wieder Kopenhagen angeführt. Die dänische Stadt fördert den Fahrradverkehr mit Mut und Entschlossenheit nämlich auf vorbildliche Weise.

Cornelia Ohst / Bericht Marbacher Zeitung vom 09.01.2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s